Lebensbereich der Stauden

Stauden sind in der Natur weltweit verbreitet. Von den Meeresküsten bis weit über die Baumgrenze hinweg. In unseren Gärten beschränken wir uns nicht nur auf die einheimischen Pflanzen. Gerade die fremdländischen Arten nehmen wir als Besonderheit und faszinierend war. So haben Pflanzensammler aus allen „Ecken“ der Erde die unterschiedlichsten Arten nach Europa gebracht und in Kultur genommen.

Viele stammen aus Ostasien, Westasien, Südeuropa oder Nordamerika. Wegen der hierzulande ungünstigen klimatischen Bedingungen sind relativ wenig Arten aus Australien, Afrika, Südamerika und Neuseeland zu uns gekommen. Pflanzen aus subtropischen Gebieten mögen unser Klima nicht. Die Schutzmaßnahmen wären sehr aufwendig. Doch einige Varianten wurden als Sommerblumen kultiviert.

Lebensgemeinschaft

Unabhängig von ihrer geographischen Verbreitung kommen einzelne Staudenarten in der Natur immer in ähnlichen Pflanzengesellschaften vor. Die Strandnelke kommt auf der gesamten Nordkugel immer wieder an Meeresstränden vor, das Schilf ist als Kosmopolit und weltweit am Ufer zu finden. Die einzelnen Pflanzengesellschaften ähneln sich in ihrem Erscheinungsbild. Dabei spielt es keine Rolle, ob wir in Japan, USA oder Europa sind. So zeigt die Pflanzendecke im Wald meist ein grünes Bild, im trockenen-heißen Regionen ist sie dagegen oft lückig und mehr grau als grün.

Wuchsgemeinschaften in denen Stauden vorkommen, sind Vorbild für die Verwendung im Garten. Arten, die am Ufer von Seen und Flussläufen wachsen, gedeihen auch bei uns am Rand von Gartenteichen gut.

In der Fachliteratur wird daher in acht Lebensbereiche einsortiert. Da Stauden eines Lebensbereiches aus vergleichbaren Pflanzengesellschaften stammen, haben sie gleiche oder doch sehr ähnliche Ansprüche an den Standort. Im Garten lassen sie sich daher gut zusammen verwenden. Diese Zuordnung ermöglicht es einem, auch weniger bekannte Stauden einen passenden Standort zu geben.

Wildart oder Züchtung

In den naturnahen Lebensbereichen wie Wald, Waldrand, Freifläche, Alpinum, Beet, Steingarten, Wasserrand, Wasser, werden vornehmlich Wildstauden-Arten, die nicht züchterisch bearbeitet wurden, eingesetzt.

Prachtstauden, z.B. mit großen, dicht gefüllten Blüten, die durch gezielte Züchtung und Selektion entstanden sind, ordnet man dem Lebensbereich Beet/Rabatte zu. Auch im Steingarten gibt es viele Züchtungen. Daneben bietet er auch Platz für zahlreiche Arten alpiner Regionen.

Die Verwendung von Arten mit gleichen oder weitgehend ähnlichen Ansprüchen erleichtert die Pflege, Düngung und Bewässerung. Die Pflege konzentriert sich dann auf die Konkurrenzkraft und den Ausbreitungsdrang der einzelnen Arten.

Pflanzenverwendung im Garten heißt auch gestalten. Natur und Ästhetik stehen dabei nicht im Widerspruch.